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OPHTHAL Nachrichten vom 1. Juni 2002

Moderne Technologie nicht der Klinik überlassen.


Selbstzahlerleistungen sind schwer zu vermarkten in den neuen Bundesländern, darüber klagen die Augenärzte im Osten seit längerem.

Dennoch entstehen auch hier Augendiagnostikzentren - beispielsweise in Rostock, wo sich 13 Kollegen zusammengetan haben. Im Oktober soll in der Stadtmitte das neue Zentrum eröffnet werden, das zunächst die Laser-Scanning-Tomographie anbieten wird, in weiteren Schritten ist daran gedacht, auch die optische Kohärenztomographie und die Pachymetrie ins Angebot aufzunehmen.

Dr. Rainer Weuffen, der Geschäftsführer des zukünftigen Diagnostikzentrums, rechnet damit, dass zunächst einmal die Kostendeckung erreicht werden kann: ,,Wir gehen nicht davon aus, dass wir reich werden." Doch die Augenärzte wollen die moderne Diagnostik nicht alleine der Klinik überlassen, sondern ihren Patienten diese Leistungen selbst anbieten.

Abwartend verhalten sich die Augenärzte aus Rostock und Umgebung gegenüber einem Gesundheitszentrum ganz neuer Prägung, das gerade erst mit dem groß angekündigten ersten Spatenstich von sich reden machte:

In einem futuristischen Glaspalast des amerikanischen Star-Architekten Helmut Jahn sollen 20 Arztpraxen, Operationssäle, Fitness- und Wellness-Bereiche und eine "Akademie für traditionelle asiatische Medizin" unter dem Dach der «Deutschen Med" zusammenfinden.

Auf 14000 Quadratmetern sollen Patienten aller Kassen ab 2004 behandelt werden. Das Zentrum zeichne sich durch eine neue, kooperative Struktur aus, berichtet Bauherr Dr. Harald Lochotzke im Gespräch mit den Ophthalmologischen Nachrichten.

Von nicht-medizinischen Arbeiten sollen die Ärzte weitgehend entlastet werden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern und mit den Krankenkassen entwickelt.

Auch der Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Andreas Crusius, zeigte sich beeindruckt: «Die Deutsche Med bietet die einmalige Chance, dass der Arzt wieder seiner eigentlichen Tätigkeit am Patienten, frei von bürokratischen Zwängen, nachgehen kann", zitierte die Nachrichtenagentur dpa Crusius nach dem ersten Spatenstich am 17. Mai.

Lochotzke betont, auch die Kooperation mit der Universitätsklinik in Rostock sei sehr eng. Prof. Dr. Rudolf Guthoff, Direktor der Universitätsaugenklinik in Rostock, hält sich mit einer Stellungnahme zu dem Projekt noch zurück. Ein Gespräch mit Lochotzke sei geplant, stehe aber noch aus.

Welche Ärzte tatsächlich in das Zentrum einziehen werden, stehe noch nicht fest, berichtet Lochotzke. Im Blick habe man Volkskrankheiten wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen oder Rückenleiden. 2000 der 6000 für Arztpraxen vorgesehenen Quadratmeter seien bereits vermietet, berichtete die lokale Presse. Augenärzte sind vorerst nicht dabei. Weuffen und seine Kollegen warten zunächst einmal ab, wie erfolgreich das Zentrum ist.

Die "Deutsche Med" - ein eingetragenes Markenzeichen - soll langfristig auch in anderen Großstädten mit Gesundheitszentren vertreten sein. Als nächste Standorte hat Lochotzke Stuttgart und München im Auge.

Zunächst ist allerdings das Projekt in Rostock zu bewältigen. 150 Millionen Euro sollen in den Baukomplex ,,focus media" insgesamt gesteckt werden. 30 Millionen Euro kostet alleine der Jahn-Bau für die Deutsche Med, die Teil des Ganzen ist (jp)

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